Der König ist tod, es lebe der König!

Dieses Zitat fiel mir spontan zum Thema Filesharing ein. Und ich brauchte einen neutralen Titel für diesen Post. Nachdem die Filmindustrie auf Twitter bereits Gratiskinokarten an Leute verteilte die sich über mangelnde Onlinepräsenzen von Torrents ihrer Lieblingsfilme beschwerten, da muss es ja nicht die Holzhammermethode sein. Kann man ja leicht paranoid werden. Man wird ja inzwischen schon schief angeschaut, wenn man das Wort „Download“ im Supermarkt laut ausspricht.

Zurück zum Zitat. Wissenshungrige wie ich gebrauchen ungerne Zitate, ohne die Herkunft zu klären. Ist hier fast wie bei Galilieo, nur informativer.

Le roi est mort, vive le roi!

Damit wurde in Frankreich der Tod des Königs verkündet. Es wurde so zum Ausdruck gebracht, dass in einer Erbmonarchie ohne besondere Ernennung der Thronfolger der neue König ist. Heute dient diese Formel dazu, die Beharrlichkeit von bestimmter Dingen in ironischer Weise  zum Ausdruck zu bringen. Kurz: Es ändert sich nix. So gesehen passt das Zitat wie die Faust aufs Auge.

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Filesharing = böse, kommerzielle Industrie = gut?

Okay, die meisten religiösen Fanatiker finden sowieso, der Teufel hat das Internet erfunden, aber eigentlich war es ursprünglich dazu gedacht, Informationen auszutauschen. Kostenlos, für alle und ohne Zenzur, Kontrolle oder irgendwelchen kommerziellen Hintergedanken. Okay das ist lange her. Aber diese gute, freiheitliche Idee hat immer noch Anhänger, die an freie Meinungsäusserung glauben. Wir wissen alle, das die Welt heute so nicht funktioniert. Die Industrie hat es immer noch nicht verstanden und, obwohl zuletzt das DRM abgeschafft werden sollte, glaubt sie immer noch daran, sich nicht selbst überlebt zu haben. Viele sind nicht mehr bereit, für 08/15-Trash viel Geld auszugeben. Reines Konsumgut ist qualitativ inzwischen so schlecht, das man es sich nicht mehr als einmal reinziehen kann. Genau deswegen werden Mp3s immer billiger. Viele sind dagegen bereit, Geld direkt an ihre Lielingskünstler zu überweisen oder spontan für OpenSource-Software zu spenden. Sieht nach einem Problem für die Industrie aus. Lösung? Diese Entwicklung so lange wie möglich zu verzögern. Und dann gibt es noch die Menschen, die vor den 70-igern geboren wurden und mit Computern nie was anfangen konnten und sich auf das Halbwissen anderer verlassen müssen. Manche Politiker, entsprechende Zitate vor laufenden Kameras findet man sicher auf Youtube. Kann ich ja fast verstehen.

Ich bin eigentlich für das Copyright…aber das gibt es offensichtlich nur für Menschen, die es sich leisten können.

Als Fotografin, deren Anfängerfotos ohne Copyright-Zeichen zu hunderten auf Myspace, Imagehack und Photobucket rumschwirren und Gott weiss wo noch, bin ich natürlich dafür, das geistiges Eigentum geschützt wird. Allerdings- Wenn ich wüsste, das niemand damit Geld macht, dürften alle meine  Bilder gerne als Hintergrund oder Inspriration nutzen. Aber leider entzieht sich das meiner Kontrolle. Ihr denkt das das sowieso keiner macht? Ha! Von wegen…ich hab schon einiges gelesen: Porno-DVDs nutzen Selbstportraits von 15-jährigen als Cover (die Frau ist jetzt 19), Klagen hat nix geholfen, die DVD wird einfach weiter verkauft. Book-Cover mit Fotos von Nachwuchsfotografinnen, heimlich als Print gekauft und in hoher Auflösung eingescannt, Klagen hat nix geholfen, es wird nur das Land gewechselt (3 unterschiedliche Fälle).  Wenn man Klagen kann. Das kostet ja Geld und international ist das noch schwerer, Minderjährige können sich oft gar nicht wehren. Es gibt unzählige solcher Fälle. Mal ganz abgesehen von den seelischen Schäden die so ein unverschämter Diebstahl bei aufstrebenden Künstlern verursacht. Die meisten großen Werbeagenturen klauen ja nur noch Content junger Künstler über youtube & Co. Und wisst ihr was? Sie geben es auch noch offen zu! Spart schliesslich Geld.  An dieser Stelle ist der Wert geistigen Eigentums anscheinend unwichtig. Wem also nützt das Copyright wirklich? Macht es überhaupt noch wirklich einen Sinn?

Bildquelle: heise online/Stefan Krempl

Zensur des Netzes wird Tür und Tor geöffnet –
oder: Inwieweit helfen Stoppschilder dagegen das Vergewaltiger nach kurzen Bewährungsstrafen schnell wieder auf freiem Fuss sind, um zu Wiederholungstätern zu werden?

gestern sah ich mit Begeisterung wie ein neues Gesetz gegen Kinderpornografie abgesegnet wurde. Fand ich erstmal geil. Endlich tut mal jemand was! Da fielen mir die ganzen Protestplakate und die Sprecherin des ChaosComputerClubs auf (toller Aprilscherz übrigens, ihr hättet mich fast gehabt, mir ist die Kinnlade heruntergefallen). Wie jetzt, doch böse?  Natürlich wird hier eine Technologie entwickelt, mit der zensiert werden kann. Und glauben wir wirklich, das dies nur gegen kriminelle Sexualstraftäter eingesetzt wird? Vorerst ja. Okay, bei näherer Betrachtung…Was also ist mit der Idee der Freiheit und Kommunikationsplattform des Netzes. Wird sich auf lange Sicht ein geheimes, paralleles und vollkommen unkontrollierbares Piratennetz entwickeln?  Ist das nicht genau das, wovor die Befürworter von Zensur und Kontrolle des Netztes solche Angst haben?  Eine Underground-Computer-Welt. Ich möchte ja nichts herausbeschwören, aber die Kontrollwut und Machtmissbräuche nehmen zu, genauso wie die Überwachung jedes Bürgerschritts. Es geht sicher nicht nur ums Geld. Die Demokratie ist dabei, sich selbst aufzulösen. Die Geschichte lehrt uns, das eine negative Entwicklung solage voranschreitet, bis sich die Bevölkerung dagegen wehrt. Das kann bei den Deutschen (z. B. im Vergleich zu den Franzosen) erfahrungsgemäss sehr lange dauern, meistens erst dann, wenn es wirklich wehtut und gar nicht mehr anders geht. Vielleicht handelt es sich aber nur um eine logische, geschichtlich begründete Entwicklung, die an sich nicht aufzuhalten ist.

Aus dem Wiki:

Der Begriff Überwachungsstaat beschreibt ein Szenario, in dem ein Staat seine Bürger mit allen zur Verfügung stehenden und staatlich legalisierten Mitteln überwacht. So sollen Gesetzesverstöße besser und schneller erkannt und verfolgt werden können. Befürworter führen die Verhinderung von Straftaten, organisierter Kriminalität und Terrorismus als Notwendigkeit für die Etablierung einer umfassenden Überwachung der Bürger an. Kritiker halten einen Überwachungsstaat hingegen für nur schwer oder gar nicht mit einer freiheitlichen Demokratie vereinbar. Außerdem weisen sie auf die schlechte Erfolgsquote bei Mitteln wie der Rasterfahndung hin.

Ich weise darauf hin, das im Zuge der Rasterfahndung (S. aktuelle Fernsehberichte) in Deutschland schon  Unschuldige (die zufällig genau ins Raster passen) einige Zeit hinter Gittern sassen bzw. international schon Unschuldige „ausversehen“ erschossen wurden. So etwas kann wirklich jeden treffen. Das sollte einem nicht egal sein.

Fazit

nach allem was ich gelesen hab, weiss ich selber nicht mehr, ob ich für irgendein dafür oder für irgendetwas dagegen bin.

Ich hab inzwischen schon etwas Angst, auf Content von youtube und google zu verlinken, weil ich nicht weiss ob der legal ist, aber:

Wer jetzt nicht alles verstanden hat, bekommt Links zum nachlesen:

Ich weise darauf hin, das jeder Kommentar vor Veröffentlichung von mir freigegeben werden muss. Ihre IP-Adresse wird geloggt. Ich behalte mir die Zensur von engagierten „Meinungsmachern“ vor. Ehrliche Kommentare, egal ob Pro-oder Contra, werden selbstverständlich veröffentlicht, Beleidigungen gelsöcht.