Noch steht die Luft…

Noch steht die Luft…

Noch steht die Luft schwül und klebrig in den engen Gassen
Noch atmet jedes alte Haus aus den Kellern Kühle aus
und jeder denkt, der Sommer würde ewig dauern

Doch schon pflückt der Herbstwind heimlich
sanft die ersten toten Blätter
aus den tanzenden rauschenden Wipfeln großer Bäume
und wirbelt sie verträumt in Spiralen umher

Ich fand eine Kastanie an diesem Tag
klein und glänzend platze sie aus ihrer Hülle
Und wenn der Sommer noch in Hitze ausschweift
ich spüre die Kälte bereits unter der Haut

Es dauert nicht mehr lange,
dann kehrt der traurige Regen zurück
und das tröstende Licht der Kerzen
wird seinen ewigen Zauber zurückgewinnen

Marion C. Haßold, Esslingen den 28.08.09