Kaum war es Herbst, kam schon der Winter.

Kaum war es Herbst, kam schon der Winter.

Kaskadenartig fließen die silbergoldnen Blätter
vom Wind gewogen auf den kalten Boden.

Nebel haucht heimlich in die alten Straßen
aus Stein

Man könnte Schnee riechen, wenn man wollte

und diese Vorahnung ist wahr
sie zwingt uns so plötzlich zu Wolle und Jacken

so schnell hat die Sonne an Kraft verloren
der Himmel trägt heute mattes Gelb und Taubenblau
schmückt sich mit Dunst und schlotigen Wolken

ist das überhaupt noch Tau oder schon Frost?
Die Heizung macht blubbernde Geräusche.

Kaum war es Herbst, kam schon der Winter.

20.10.2009, S-Bahnfahrt am Morgen – Marion Chrstine Haßold