Am Federsee

Wir besuchten meinen Vater…

und kurz vor Sonnenuntergang gingen wir noch ein paar Meter um uns den Federsee anzuschauen. Eine interessante Kurz-Wanderung.

Hier überwintern die Störche…sollten eigentlich in Afrika sein und sich sonnen, aber sie bleiben trotzdem hier.

Dort, wo die Sonne hinreicht, strahlt die Welt in weissem Glanz.

Die Zeit bliebt auch hier nicht stehen.

Ich habe ein faible für Birken. Das schräg einfallende Abend-Licht der untergehenden Sonne beleuchtet den Stamm.

Der See ist teilweise gefroren.

Dicke Eisschollen schieben sich wellenförmig aneinander.

In den Büschen hat sich der Schnee kugelförmig abgesetzt. Es sieht aus wie Plüsch oder Baumwolle.

Tom testet seine neue Rollei aus.

Die Sonne verschwindet schnell hinter dem Wald.

Ein schöner Sonnenuntergang am späten Nachmittag.

Das Schilf wird zum Meer und in der Ferne hört man Schwäne.

Plötzlich kriecht der Nebel aus dem Wald und haucht über das Moor.

Nur noch wenig Sonnenlicht beleuchtet unsere Wege. Viele Fuchsspuren (?) im Schnee.

Der Nebel kriecht hinter uns her.

Im schwarzen offenen Wasser des Moors tauchen junge Schwäne in der Mauser nach Nahrung. Der Mond geht auf.

Tom hat einen SW-Film eingelegt. Der Belichtungsmesser spielt vollkommen verrückt, an beiden Kameras. Nebel, Schnee, Wasserspiegelungen, Gegen-Restlicht das exterm schräg einfällt, Eiseskälte…Später stelle ich in Lightroom fest, das +/- 8 Blenden immer noch Restlicht enthält, so stark schwankt es jetzt zwischen Hell und Dunkel.

Abendstimmung

Ich kann den Nebel schmecken. Wie Sole, staubig, torfig und trocken. Seltsam.

 

 

R.M.Rilke: Und ich ahne…

Und ich ahne: in dem Abendschweigen
ist ein einstiger Opferbrauch;
tiefer atmend hebt sich jeder Hauch:

ein Erfüllen will sich niederneigen

zu dem schwarzen hingeknieten Strauch.
Und die Sterne trennen sich und steigen,
und die Dunkelheiten steigen auch.

Aus: Frühe Gedichte

mein Lieblingsbild.

Rückweg. Da zieht der Nebel auf Hüfthöhe auf und hüllt uns ein.

Es wird zu dunkel um zu fotografieren.

Plöttzlich wird es arktisch kalt.

Unsere Jeans scheinen an uns festzufrieren.

Die plötzliche extrem-Kälte zwingt uns, ganz ganz schnell ins Warme zu gehen…das haben wir dann auch getan.