Gedanken über moderne fotografie

Der schlimmste Satz den ich gelegentlich von Passanten höre : Ist das denn noch ein Beruf?

Jeder Kunde sollte wirklich wissen dass er nicht für’s fotografieren bezahlt sondern für das geschulte Auge des Fotografen.

Fotografie ist so viel mehr als nur das Drücken des Auslösers. Das kann jeder, auch die Technik kann jeder beherrschen, wenn es nicht schon die Kamera macht.

In unserer vom Internet geprägten Welt ergeben sich neue Moden, Stile und Trends über globale Verbindungen stündlich. Ein riesiger Fluss sich gegenseitig beeinflussender Information, die inspirieren oder überfordern kann. Heutzutage sind die visuellen Anforderungen an den Profi viel höher als früher. Fotografie bildet nicht die Realität ab sondern die Wahrnehmung des Fotografen.

Besondere Fotografien zu erschaffen, das bedarf neben Kreativität, Talent, Technik und Übung eines umfassenden Studiums von Bildkunst, Komposition und ständiger kritischer Auseinandersetzung mit sich selbst und der eigenen Bildsprache.

Nichts davon kann man von aussen sehen. Und im Portraitbereich kommt noch Einfühlungsvermögen sowie Geschäftstüchtigkeit und Eigenvermarktung als Vorraussetzung für den Beruf dazu. Nichts davon ist den meisten Kunden bewusst. In einem Fotograf steckt so unglaublich viel mehr an Hintergrundwissen als man vielleicht erwartet.

Jeden Tag trainiere ich meine Fähigkeiten. Sogar in der U-Bahn. Oder beim Kochen. Immer. Fotografie macht man nicht, man lebt sie, es ist ein Lifestyle. Und man zahlt einen Preis dafür. Das beginnt mit dem Monatslohn von 250 € in der Ausbildung, geht weiter bei unverständlichen Preisdiskussionen und Konkurrenzkämpfen bis zu den ständigen Selbstzweifeln ob die eigenen Fotografien das ausdrücken was man sich vorstellt. Natürlich orientiert man sich immer nur an den Besten.

Schön wäre es, wenn Sie sich als Kunde bei der Suche nach dem richtigen Fotografen darüber bewusst werden, was Ihnen an den Bildern wichtig ist. Dann wird es Ihnen viel leichter fallen den Richtigen zu finden.